POLCYCLETIME
In Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Bernd-Rüdiger Meyer, Fürstenwalde
Programmgegenstand ist die rechnerische Abschätzung der Kühl- und Zykluszeit für
den Standardspritzguss von nichtporösen Thermoplasten und thermoplastischen
Elastomeren.
Für spezielle Verfahrensvarianten des Spritzgießens ist eine sinngemäße Anwendung
möglich, wobei die Genauigkeit u. U. etwas eingeschränkt ist.
Typische Anwendungsbeispiele sind u.a.:
- Maschinenvoreinstellung
- Kostenvorkalkulation
- Fertigungsdurchlaufplanung
- Wärmebilanzen zur Werkeugtemperierung
Für die Zykluszeitminimierung ist meist eine systematische Optimierung unter realen
Produktionsbedingungen zu empfehlen. Benutzereingaben werden durch Hinweise unterstützt,
die als Hilfen oder Orientierungsbereiche verfügbar sind.
Da Zykluszeitgliederungen in der Praxis unterschiedlich gehandhabt werden, sollen
nachstehend die programminterne Kühlzeit und die Zykluszeit definiert werden.
- Kühlzeit: Zeitanteil von
Beginn der Werkzeugfüllung bis zur Entformung des Spritzlings, also die physikalisch
wirksame Gesamtzeit der Formmassekühlung im Werkzeug.
- Zykluszeit: Kühlzeit zuzüglich
Entformungszeit des Spritzlings und Trockenlaufzeit (Totlaufzeit) der Maschine.
Die Berechnung der Kühlzeit beruht auf analytische Lösungen der instationären Wärmeübertragung,
die bezüglich der konkreten Bedingungen erheblich erweitert und modifiziert wurden.
Im Vergleich mit veröffentlichten analytischen Berechnungsmodellen (Software, Fachliteratur)
sind folgende Besonderheiten hervorzuheben:
- Praktisch hinreichend genaue Berechnung der für die Wärmeübertragung maßgebenden
Stoffkennwerte (Spez. Volumen, Spez. Wärmekapazität, Wärmeleitzahl, Schmelzwärme)
bei beliebiger Kombination von Polymeren und Zusatzstoffen. Damit ist im Vergleich
zu anderer Software ein wesentlich größeres Formmassesortiment erfasst.
- Autonome (programminterne) Festlegung der Entformungstemperaturen nach Maßgabe
von Formteil- und Angussquerschnitten, Formstoffsteifigkeit sowie nach Qualitätsanforderungen,
Werkzeugtemperier- und Entformungsbedingungen.
- Berücksichtigung aller wesentlichen Formteil- und Angussgeometrien, wobei auch
mehrdimensionaler Temperaturausgleich erfasst ist.
- Einbeziehung von Kühlvorgängen mit sehr geringem Temperaturausgleich, wie z. B.
bei Zusatzkühlung außerhalb des Werkzeuges und bei Kühlung von Angussquerschnitten.
- Die Abführung der durch den Einspritzvorgang verursachten Scherwärme wird als
Kühlzeitanteil erfasst. Damit ist die Einspritzzeit (volumetrische Füllzeit) Bestandteil
der Kühlzeit.
- Die Schmelzwärmeabführung bei teilkristallinen Polymeren wird als gesonderter
Kühlzeitanteil berechnet. Dabei sind Unterkühlungseffekte bei der Schmelzeerstarrung
berücksichtigt.
Die Zuverlässigkeit der Zykluszeitbestimmung ist im Vergleich zu entsprechender
FEM-Software mindestens gleichwertig bei geringerem Benutzeraufwand. Ein wesentlicher
Vorteil des Programms besteht in den vielfältigen Möglichkeiten zur Zykluszeitoptimierung,
da bei Variation der Einflussfaktoren die quantitativen Unterschiede sofort verursachungsgerecht
sichtbar und bewertbar sind.
Installieren Sie die Software in der
aktuellen Version
und registrieren Sie sich. Sie erhalten dann automatisch per E-Mail Informationen
über den Entwicklungsstand der Software und über Updates.